„Plissee“ kann er noch nicht sagen

Unser kleiner Elias ist eifrig dabei, immer mehr Wörter der deutschen Sprache aufzunehmen und zu lernen, wobei wir ihn gar nicht sehr unterstützen müssen. Unterhält man sich mit Kindern, lernen sie die Sprache schon ganz alleine von sich aus. So viele Strukturen, Techniken und Regeln wie in dieser Phase werden sie in ihrem weiteren Leben nie mehr auf einmal aufnehmen können. Elias ist jetzt z.B. noch nicht in der Lage, das Wort „Plissee“ auszusprechen. Das liegt auch daran, dass das Wort aufgrund der französischen Aussprache nicht ins deutsche Schema der typischen Endungen passt. Denn Substantive enden eher, unter vielen anderen, z.B. auf –heit, -keit, -schaft, -ei, -ung, -ie, -tät, -ig, -ist oder –chen, sodass sich das –ee nur schwer einprägen lässt. Dazu kommt, dass der Wortakzent auch nicht seiner Muttersprache entspricht. Trotzdem, aussprechen kann Elias die modernen Vorhänge sicher dennoch irgendwann, da Wörter, wie „Reh“, „See“ oder „Fee“ ähnlich ausgesprochen werden.

Bei vielen Wörtern in unserem deutschen Sprachgebrauch handelt es sich um Fremdwörter oder Lehnwörter, also Übernahmen aus anderen Sprachen. Fremdwörter lassen sich weiterhin meist als fremd erkennen, Lehnwörter haben sich dagegen an deutsche grammatische Regeln angepasst. Viele wissen gar nicht, dass wir in unserer Sprache viele Lehnwörter verwenden. Dazu zählen z.B. Bumerang, Fenster, Hummer, Knäckebrot, Puma, Lama, Sauna, Bistro, Anorak, Safari, Marzipan, Gletscher, Pistole, Alphabet, Butter, Fotografie, Ironie, Narkose, Telefon, Theke und viele mehr. Lustig ist auch das Beispiel, dass die USA den deutschen Begriff „Kindergarten“ für eine Kindertagesstätte übernommen hat, was unseren Elias momentan noch genauso wenig interessiert, wie das Faltstore – wie das Plissee englisch auch bezeichnet werden kann. Mit ca. fünf bis sieben Jahren wird seine Sprachentwicklung dann grob abgeschlossen sein.